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Bürgerwachjahrtag nach langer Pause wieder gefeiert

Die Geehrten nach Erhalt ihrer Urkunden

Mit einem halben Jahr Verspätung durften wir wieder unseren traditionellen Jahrtag feiern. Bis zum 24. Juli mussten wir warten, damit wir unsere Tradition fortführen konnten.

Da immer noch einige Vorgaben zu beachten sind, mussten wir auf die Kameraden aus Sigmaringen, Munderkingen, Altshausen, Weingarten und Friedrichshafen verzichten. Lediglich unsere Patenwehr, die Bürgerwache Saulgau und die Stadtgarde zu Pferd Saulgau waren mit Abordnungen vertreten. Dass unser Kamerad Major Josef Wielander aus Schlanders in Südtirol den langen Weg über die Alpen auf sich nahm um mit uns zu feiern, das hat uns alle besonders gefreut.

Nun war erstmals seit der Beisetzung von Ehrenoberleutnant Otto Bacher im vergangenen Jahr die Bürgerwache in Marschformation wieder in den Straßen der Stadt unterwegs. Im Rahmen der Eucharistiefeier auf dem Platz vor der Liebfrauenkirche gedachten wir der Verstorbenen der vergangenen zehn Jahre. Major und Kommandant Georg Bacher verlas deren Namen, und die Stadtkapelle als Musikzug der Bürgerwache spielte dazu das Lied vom guten Kameraden. 

Anschließend rief Major Bacher die Kameradinnen und Kameraden auf, die für mehrjährige Treue im bunten Rock der Bürgerwache die Auszeichnungen des Landesverbands der Historischen Bürgerwehren und Stadtgarden in Württemberg und Hohenzollern, und die der Stadt Mengen erhielten. Dies sind die Unteroffiziere Larissa Locher, Nadine Müller, Nina Rometsch, Hans-Dieter Offner und Max Stöhr für zehn Jahre.  Die Oberfeldwebel Matthias Graus, Johannes Leis und Volker Reitter wurden für zwanzig Jahre geehrt. Dreißig Jahre dient bereits der Oberfeldwebel Stefan Jäger und unser Gespannführer Karl Scheb (auch Kanonen-Karle genannt). Er und Nina Rometsch erhalten die Auszeichnungen zu einem späteren Zeitpunkt, da sie an der Teilnahme am heutigen Tag verhindert waren.

Die Abzeichen in Gold für 50 Jahre Treue erhielt Oberfeldwebel Alois Boßlet vom I. Zug. Zusammen mit dem Kommandanten schritt er zu den Klängen des Präsentiermarsches die angetretene Front der Bürgerwache und der Abordnungen ab.

Währenddessen haben die fleißigen Hände aus den Reihen der Bürgerwache, das sind die Familien Krezdorn und Rebholz und weitere Helferinnen und Helfer, alles für den gemütlichen Teil den Frühschoppen vor dem Bürgerwachheim und der Martinskirche  hergerichtet. Zur musikalischen Unterhaltung hatte der Musikzug die Instrumente nochmals ausgepackt.

Zu Beginn seiner Begrüßung bat Georg Bacher um ein Gedenken für den verstorbenen Bürgermeister der Partnerstadt Boulay/Moselle, André Boucher,  dessen Beisetzungsfeierlichkeiten zu diesem Zeitpunkt stattfanden. Bachers Dank- und Willkommensgruß galt den Geistlichen für den Gottesdienst,  allen Helferinnen und Helfern im Bereich der Gastronomie aus der Wehr und dem FC Mengen, den Kameraden aus Bad Saulgau und Schlanders sowie den Ehrengästen. Staatssekretär Thomas Bareiß (CDU), seit Jahren passives Mitglied der Bürgerwache, nannte die Begegnung zum Feiern, Freundschaft und Kameradschaft pflegen für besonders wichtig nach monatelanger notwendiger Abstinenz. Gerne denke er an die Reisen nach Rom und Berlin zurück, an denen er teilnehmen durfte. Sie blieben ihm in bleibender Erinnerung. Bareiß rief auch dazu auf, die Impfangebote wahrzunehmen und dazu beizutragen, sich und andere vor Krankheiten zu schützen. 

Hauptmann Dirk Riegger, Kommandant der Bürgerwache Saulgau bedankte sich für die Einladung der beiden Saulgauer Traditionsverbände. “Es ist wunderschön, mal wieder in Uniform zusammen zu sein”, rief Riegger den Gästen zu. Als er in diesem Jahr wieder ausrücken durfte, habe er sich dermaßen gefreut, dass er mit einem breiten frohen Grinsen Mühe gehabt habe, zuhause durch den Türstock zu kommen. Allgemeines Gelächter und Beifall waren ihm ob seiner Figur sicher.

Danach war es wieder an Major Bacher, die zuvor Geehrten vorzurufen und ihnen die Urkunden zu überreichen. Dabei hatte er für Jede und Jeden mehr als eine Anekdote parat.

 



Die Bürgerwache trauert um ihr Ehrenmitglied

Walter Flaisch

Walter Flaisch trat 1959 in die Bürgerwache ein und war bis zu seinem Ausscheiden nach 41 Dienstjahren im Jahr 2000 dem Spielmannszug ein treuer Trommler-Kamerad. Nach seiner aktiven Zeit hat er immer wieder mit großer Freude gerne ausgeholfen, wenn an der Fasnet oder bei den Geburtstagsständchen Not am Mann war. Sein freundliches und kameradschaftliches Wesen war sehr geschätzt. Immer wieder hat Walter Flaisch mit humorvollen Auftritten für Stimmung und Heiterkeit gesorgt, nicht zuletzt bei den Spielmopsbällen in früheren Jahren. Anlässlich seines 80. Geburtstags ließ er sich von seinen Kameradinnen und Kameraden des Spielmannszugs nicht nur musikalisch beehren, er holte seine geliebte Trommel aus dem Haus und zeigte, dass er das “Handwerk” noch nicht verlernt hat.
 
Aber nicht nur das Trommeln war seine große Leidenschaft. Er verfügte auch über ein sängerisches Talent, das er nicht nur bei verschiedenen Chören, sondern auch im Bürgerwach-Chor im 1. Tenor einbrachte.  Beim Geburtstagsständchen überbrachte  Leutnant Manfred-Hermann Müller zwischen den Musikstücken die Glückwünsche des Kommandos und der gesamten Wehr. “Musik und Gesang begleiten dich schon dein ganzes Leben”, sagte Müller, der auch die Funktion des Tutors beim Chor inne hat. “Die Marschmusik begleitete dich schon auf so manchem Kilometer, den du mit deinen Kameraden vom Spielmannszug zurückgelegt hast. Die damit verbundenen Erlebnisse sind dir sicher noch in guter Erinnerung”. Der Gesang habe es ihm angetan, fuhr Müller fort. Er sei ein gefragter Tenor und könne auf eine ganze Reihe von Engagements in Chören zurückblicken. Walter Flaisch und seine markante Tenorstimme werden im Chor fehlen.