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Willkommensgruß der Mengener Stadtsoldaten

 

Wir heißen Sie herzlich willkommen auf der Internetseite der Bürgerwache Mengen.

Die Bürgerwache ist der Traditionsverein in Mengen, der die Stadt und ihre Bürgerschaft in besonderer Weise auch nach außen vertritt und repräsentiert.

  • Sie steht für die geschichtliche Vergangenheit des wehrhaften Bürgertums in vielen Jahrhunderten.
  • Sie dient der Erhaltung und Pflege heimatlichen Kulturguts und historischen Brauchtums, und setzt sich für dessen Bestehen in besonderer Weise ein.
  • Ihre Aufgabe besteht auch, besondere weltliche und kirchliche Anlässe zu begleiten, und ihnen eine zusätzliche festliche Note zu geben.
  • Sie ist die einzige historische Bürgerwehr, die seit mehr als 30 Jahren einen eigenen Männerchor aufweisen kann.
  • Dem Landesverband der historischen Bürgerwehren und Stadtgarden in Württemberg-Hohenzollern gehört die Bürgerwache Mengen als eine der mitgliederstärksten Vereine seit Beginn an.

Informieren Sie sich durch Besuch der einzelnen Seiten dieses Internetauftritts, die nach und nach vervollständigt und erweitert werden.

 

Die nächsten Termine

 

DatumZeitWo/OrtWas
30.07.202200:00MengenBürgerwachjahrtag
06.08.202200:00MengenRock-Hock Stadtkapelle
11.09.202200:00OffenburgHeimattage Baden-Württemberg
02.10.202200:00StuttgartVolksfest Stuttgart
13.11.202200:00MengenVolkstrauertag

Geschichte

Die Geschichte der Bürgerwache Mengen

Wann Mengen erstmals die Stadtrechte erhielt, ist nicht genau feststellbar. Kaiser Barbarossa hielt 1170 in Mengen einen Hoftag ab und ein Kaiser machte dies nur dort, wo er eine befestigte Pfalz, Burg oder Stadt vorfand. Also musste Mengen damals schon Befestigungen aufgewiesen haben. 1257 wurde Mengen in einer Urkunde als freie Stadt bezeichnet. Sehr wahrscheinlich bestand zu dieser erneuten Stadterhebung Mengens dort schon eine Befestigungsanlage samt Bürgerwehr. War es zunächst die Not und Gefahrenlage, die jeden wehrfähigen Mann zwang für seine Stadt einzutreten und zu verteidigen, so entwickelte sich immer mehr eine geregelte Wachordnung. Die Form der Ausbildung und die Art der Bewaffnung wurden durch Beschlüsse des Rats geregelt. Wörtlich ist einem Protokoll zu entnehmen: „Jeder Bürger ist kriegsdienstpflichtig. Die Bürger sind in Stadtviertel geordnet und jedes Viertel der Stadt hat eine Rotte zu stellen, denen Rottenmeister vorstanden“.

Die Waffen der Wehrmänner waren ein Harnisch, bestehend aus einem Leibschutz und einer Sturmhaube, auch Blechhaube genannt, eine Hellebarde bzw. der Langspieß und das Schwert. Als Fernwaffen dienten der Bogen und die Armbrust. Alle Waffen musste der Bürger auf eigene Kosten anschaffen. Üblich war, dass das Bogenschießen regelmäßig geübt wurde, wofür es in Mengen eine eigene Schützengesellschaft gab.

Die erste militärische Niederlage ereilte die Stadt 1343 gegen das Heer des Grafen Eberhard den Greiner von Württemberg. Die Chronik berichtet, dass die bewaffnete Bürgerwehr von Mengen im Kampf stand und namhafte Verluste erlitten hatte. Als Folge dieser Niederlage wurde die Stadt erstürmt und geplündert. 1607 wurde die Bürgerwehr erstmals mit Feuerwaffen – mit Musketen – ausgerüstet und ein Schießhaus eingerichtet. In der gefahrvollen Zeit des Dreißigjährigen Krieges erhielt die Bürgerwehr großen Zulauf. Ein Grund dafür war, dass mit dem Eintritt in die Bürgerwehr auch das Bürgerrecht verbunden war. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Oberschwaben von schwedischen Truppen hart bedrängt, die Stadt Mengen sollte von den Schweden ganz eingenommen werden. In ihrer Not versammelten sich am 18. Mai 1632 die Einwohner von Mengen zum Gebet und hatten intensiv die Gottesmutter Maria um Beistand angerufen, deren Bildnis sich daraufhin änderte. Dichter Nebel zog auf, die Schweden konnten nicht angreifen und die Stadt war gerettet. Seither feiert die Stadt die Rettung der Stadt jährlich im Mai („Maifest“).

Nach dem Dreißigjährigen Krieg formierten sich immer mehr „stehende Heere“. städtische Bürgerwehren war jetzt nur noch Hilfstruppen. Immer mehr hatte die Bürgerwehr jetzt nur noch Parade- und Repräsentationsaufgaben. So rückte die Bürgerwache zum Empfang von Persönlichkeiten aus – zum Beispiel 1714 zum Empfang von Prinz Eugen oder 1761 zum Empfang des Reichsprälaten von Petershausen. Am 2. Mai 1770 paradierten 90 Bürger mit „gewehrter Hand sowie Schulkinder mit Holzgewehren“ der österreichischen Kaisertochter Maria Antonia, der späteren  Marie Antoinette. Sie war auf ihrem Brautzug von Wien nach Paris und hielt in Mengen Einkehr.

1806 wurde Mengen württembergisch. Nach anfänglicher Ablehnung waren Bürgerwehren von der „neuen“ Herrschaft dann doch gerne gesehen. In den städtischen Protokollen finden sich viele Hinweise, dass die Bürgerwehr (60 Grenadiere) mit ihrer „türkischen Musik“ (24 Mann) regelmäßig paradiert und an Fronleichnam von der Stadt ihren Sold erhält. 1826 wurde auch eine Fahne angeschafft. Die Stadtsoldaten trugen damals dunkle Hosen, einen blauen Rock und weiße Kreuzbänder. Markant war die große Bärenfellmütze der Stadtsoldaten.

Die Tradition der Bürgerwache hält sich auch im Ersten und Zweiten Weltkrieg. Mit Einschränkungen rückte die Bürgerwache sowohl während der Kriegsjahre als auch danach bei festlichen Anlässen aus. 1952 erfolgten eine Neuuniformierung und die Aufstellung eines zweiten Zuges nach dem historischen Vorbild von 1820 bis 1848. Zum Heimat- und Kinderfest 1952 wurde erstmals eine Kindergruppe aufgestellt, die „kleine Bürgerwache“ war geboren.

 
 

Ranghöchster Offizier der Bürgerwache ist der Hauptmann. Er hat die Befehlsgewalt. Sichtbares äußeres Zeichen seiner Macht ist sein weißer Busch, sein Dienstgradabzeichen auf den Epauletten,  am Ärmel und seine Feldbinde.

Major und Kommandant Georg Bacher

Hauptleute der Bürgerwache Mengen seit 1828:

  • 1828 Bolter, Alois
  • 1837 Jutz, Lorenz
  • 1848 Sigrist, Ph. Jacob
  • 1876 Jung, Martin
  • 1901 Keßler, Raymund
  • 1911 Blank, Karl
  • 1951 Bosch, Karl
  • 1954 Mannhart, August
  • 1962 Keßler, Erwin
  • 1980 Schröter, Willi
  • 1990 Kieferle, Josef
  • Seit 1999 Bacher, Georg

Georg Bacher wurde im März 2015 zum Stellvertreter des Landeskommandanten gewählt. In dieser Funktion trägt er den Dienstgrad eines Majors. Dieser Dienstgrad ist jedoch ausschließlich an die Person Georg Bacher gebunden.

Patenschaften:

Gliederung

Kommando und Vereinsführung
Major Georg Bacher
Spielmannszug
Musikzug
I. Zug
II. Zug
Artilleriezug
Kleine Bürgerwache
Bürgerwach-Chor

Aktuelles/

Bürgerwache feiert mit der Pfarrgemeinde das Jubiläum 50 Jahre Priester ihres Feldkuraten Heinz Leuze

Fotos: Markus Haile


Fronleichnam wieder gefeiert wie gewohnt

Reger Zuspruch aus der Bevölkerung beim Frühschoppen

Die Freude war bei allen Gardisten, Musikerinnen , Musikern, Spielleuten und den Helferinnen und Helfern zu spüren, dass dieser Feiertag wieder begangen werden konnte, wie man es bis vor zwei Jahren gewohnt war. Zwar sind die üblichen Zwischenhalts mit Altären während der Sakramentsprozession heuer ausgefallen, aber die Feierlichkeit hatte dadurch kaum eingebüßt.

Schon früh am Morgen zog der Musikzug zu mehreren Stellen im Stadtgebiet um der Einwohnerschaft den Beginn des „Tags des Herrn“ musikalisch in Erinnerung zu bringen (siehe Fotos in der Bildergalerie von Markus Haile – hier anklicken). Zwischenzeitlich herrschte auf dem Platz vor und neben dem Bürgerwachheim rege Aufbautätigkeit für Frühschoppen und Mittagessen. Noch bevor die Bürgerwache eintraf, waren bereits einige Tische belegt von zivilen Gästen aus der Bevölkerung. Die Qualität (..und Quantität) des gastronomischen Angebots aus der „Gardefeldküche“ , die Auswahl an erfrischenden Getränken bis zu Kaffee und Kuchen ist wohl in Erinnerung geblieben.

Damit die Gäste dazu auch musikalisch nicht zu kurz kamen, spielte der Musikzug. Auch der Spielmannszug verschaffte den Musikerinnen und Musikern eine kurze Pause, um ihren Durst zu löschen.

Alles in Allem… die Veranstaltung war ein voller Erfolg für alle Beteiligten. Mit dazu beigetragen hat natürlich auch das hochsommerliche Wetter.

Trauer um Carl Herzog von Württemberg

Die Bürgerwache Mengen trauert um Carl Herzog von Württemberg, der am 7. Juni in Ravensburg verstorben ist.

Für Herzog Carl waren die historischen Bürgerwehren und Garden in Baden-Württemberg eine Herzensange-legenheit. Der Bezug zur Heimat und das sichtbare Bekenntnis zu den Traditionen und zum christlichen Glauben haben uns verbunden. Seine „Hausgarde“ waren die Gelben Husaren von Altshausen, aber auch zu den Bürgerwehren aus Bad Saulgau und Mengen pflegte er eine besondere Beziehung. Zusammen durften wir zu seinem 80. Geburtstag den Großen Zapfenstreich aufführen.

Seiner Familie, Freunden und Mitarbeitern gilt unser aufrichtiges Beileid. Wir Bürger im Bunten Rock werden Herzog Carl ein ehrendes Andenken bewahren.

Georg Bacher

Major und Kommandant

Formationsparade und Großer Zapfenstreich

bei den Mengener Heimattagen 2022

Bei besonders festlichen Ereignissen wie der Mengener Heimattage, lädt die Bürgerwache die Bevölkerung zu einer Formationsparade im Vorlauf zur Aufführung des Großen Zapfenstreichs ins Stadion ein. Federführend in der Planung und Durchführung ist Oberfeldwebel Franz Feinäugle vom Spielmannszug, der auch die Veranstaltung moderiert.

Bei der diesjährigen Parade waren die Original Royal Sulgemer Crown Swamp Pipers integriert beteiligt. Als Gäste marschierten eine Abordnung der befreundeten Schützenkompanie aus Schlanders, Kortsch und Göflan in Südtirol, sowie die historische Gruppe des Slavonisch-Gradiscaner National-Grenz-Infanterie Regiments aus der Partnerstadt Novska in Kroatien mit auf. Die Kameraden aus Südtirol führte Ehrenleutnant  Josef Wielander an.  Seit mehr als 60 Jahren besteht die Verbundenheit der Schützen mit der Bürgerwache. Noch verhältnismäßig jung ist die Gruppe aus Kroatien. Vor zwei Jahren erst gegründet, steht sie unter dem Kommando von Stjepjan Bischof. Ihre Uniform besteht aus einem Tschako mit schwarz-gelbem Pompon, Halsbinde, Weste, der Feldmontur aus weißem Mantel, Hosen und Schuhen nach ungarischem Vorbild. Bewaffnet sind die Grenzer mit einer Steinschlossmuskete und Bajonett, der Kommandant mit Schwert. Dem Kommandanten an der Spitze folgen Fähnrich und Trommler.

Der Formationsparade folgte mit erneutem Aufmarsch der Uniformierten die Serenade und der Große Zapfenstreich.

 

Bildergalerie von Markus Haile hier klicken.


Wechsel in der Funktion des Kompaniefeldwebels

Dietmar Hinderhofer folgt auf Herbert Beutel

Am Vorabend des Maifests verabschiedete sich Herbert Beutel aus dem aktiven Dienst der Bürgerwache und damit aus der Funktion des Kompaniefeldwebels. In seiner Laudatio nannte Major und Kommandant Georg Bacher den Werdegang Beutels als Extraklasse. Obwohl die hiesige Gegend nicht seine Heimat und er des Schwäbischen bis heute nicht ganz mächtig sei, habe er Mengen zu seiner Heimat gemacht. Seine Liebe zur Region, zu den Menschen zeigte sich in bewundernswerter Weise in Bekenntnis und Freundschaft zur Bürgerwache.

Zusammen mit seinem Schwager Josef Jäger, dem ehemaligen Kompaniefeldwebel sind beide als „Beutel-Jäger“ 1977 in die Wehr eingetreten, fuhr Bacher fort. Ab diesem Moment haben beide Bürgerwachgeschichte geschrieben und sich im Verein durch vorbildliche Arbeit hochgedient.

An den Scheidenden gewandt entbot ihm der Kommandant besonders seinen persönlichen Dank für die Übernahme der Funktion des Fouriers im Jahr 2001. „Zu deinen Aufgaben gehörte das Waffenreinigen, das Laborieren der Munition und das Instandsetzen der Gewehre“, betonte Bacher. „Auch warst du unser verantwortlicher Artillerist und erfreutest deine Bürgerwachkameraden als Nikolaus, der in gekonnter Weise die Ausrutscher deiner Kameraden aufs Korn genommen hast“. Dass Herbert Beutel bei allen Kameraden sehr beliebt ist sei kein Geheimnis.

„Zur vollen Zufriedenheit hattest du elf Jahre lang das Amt des Spießes inne. Auch dafür gebührt dir Anerkennung“, rief Bacher aus und „wir verabschieden heut einen Kameraden, der sich jederzeit mit der Bürgerwache identifizierte“.

Zum Abschied erhielt Herbert Beutel den Reservistenkrug und wurde mit der Silbernen Verdienstmedaille der Bürgerwache ausgezeichnet. Als besondere Wertschätzung ernannte ihn die Bürgerwache zum Ehrenmitglied, und zu den Klängen des Präsentiermarsches schritt er zusammen mit dem Kommandanten die Ehrenformation ab.

Danach marschierte die Bürgerwache vor das Rathaus zur Aufführung des Großen Zapfenstreichs und zum Friedensappell.

Dank an Rüdiger Hartmann für die Bereitstellung der Fotos.

Bildergalerie von Markus Haile


Jahreshauptversammlung nach zwei Jahren Zwangspause

Rege Teilnahme bei Zusammenkunft im Probelokal der Stadtkapelle

Franz Feinäugle informiert über den Ablauf der Parade bei den Heimattagen

Nach zweijähriger Zwangspause hielt die Bürgerwache im Probelokal der Stadtkapelle ihre Jahreshauptversammlung ab. Major und Kommandant Georg Bacher gab in seinem umfassenden Bericht die Beschlüsse des Verwaltungsrats bekannt. „Für den I. Zug werden neue Gewehre benötigt, da sich die Patronen nicht mehr kalibrieren lassen“, sagte Bacher und wies auf die enorme Kostensteigerung jedes einzelnen Salutschusses bei Neukauf von Patronen hin. Daher habe man sich entschieden, den I. Zug ebenfalls mit Vorderladergewehren auszurüsten. Durch Zuschüsse würde sich die Belastung der Vereinskasse auf knapp die Hälfte der Anschaffungskosten beschränken.

Eine erfreuliche Nachricht weise der aktuelle Stand von 168 Aktiven auf, verkündete der Kommandant. „Das ist der Höchststand seit Bestehen der Bürgerwache“ rief er freudig aus und fügte namentlich vier Neuzugänge an.

Erfreuliches Spendenaufkommen in beiden Jahren erlaubte die Anschaffung von Uniformen und Ausrüstungsgegenständen. „Für das aktive Vereinsleben der Bürgerwache und mich persönlich sind die beiden Corona-Jahre eine Katastrophe gewesen. Wir waren nahezu ausschließlich nur auf Beerdigungen“. Damit leitete Bacher über zum Dank und Lob an die Kameraden des Kommandos, des Verwaltungsrats und der Spender.

Schriftführer Franz Feinäugle verlas danach die Liste der wahrgenommenen Termin in beiden Jahren, die erwartungsgemäß arg kurz geraten war. Seinen Kameraden des Spielmannszugs legte Tambourmajor Michael Feinäugle einen besseren Probenbesuch ans Herz. Kassenbericht und Prüfung gaben Anlass zur Annahme des Entlastungsvorschlags durch Bürgermeister Stefan Bubeck, der im Anschluss an die Tagesordnung die Bürgerwache als das Aushängeschild der Stadt Mengen bezeichnete. Mengen dürfe sich glücklich schätzen, diese Wehr zu haben, rief Bubeck aus. Der Vereinsführung bescheinigte der Rathauschef eine gute Harmone zu den einzelnen Zügen und gab danach Informationen zu den bevorstehenden Heimattagen. Ein Lob für Disziplin bei Auftritten bekamen die Aktiven vom scheidenden Kompaniefeldwebel Herbert Beutel. Er wird am Maifest offiziell aus dem Kreis der Aktiven verabschiedet.

Breiten Raum nahm die Vorbereitung der Parade an den Heimattagen ein. Franz Feinäugle erläuterte anhand einer Videopräsentation den Ablauf der Veranstaltung mit den befreundeten Schützenkompanien.

Vereinsheim

Unser Bürgerwachheim

Bürgerwache erhält das Mesnerhaus als Heim

Mit dieser Schlagzeile berichtete die Schwäbische Zeitung über die Jahreshauptversammlung der Bürgerwache Mengen, die traditionsgemäß am Dreikönigstag, dem 6. Januar 1978 abgehalten wurde. Hauptmann Erwin Keßler gab dabei bekannt, dass die Bürgerwache in Bälde ein eigenes Heim bekomme. Die Stadt Mengen habe der Wehr das Mesnerhaus bei der Martinskirche überlassen. Keßler dankte Bürgermeister Hermann Zepf und den Stadträten für das gezeigte Wohlwollen. Die Bürgerwache muss das Fachwerkhaus renovieren und unterhalten. Das Kommando hofft, so heißt es weiter im Text, dass die Wehr ebensoviel Eigeninitiative entwickelt, wie eine Anzahl anderer Vereine in Mengen.

Am 26. Juli 1978 wurde im Notariat Mengen der Grundstücksübereignungsvertrag geschlossen. Darin verpflichtete sich die Stadt Mengen, das Eigentum an diesem Grundstück auf die Bürgerwache Mengen e.V. zu übertragen. Die Bestimmungen des Vertrags verpflichten die Bürgerwache, auf ihre Kosten das Gebäude nach den Vorstellungen , beziehungsweise Auflagen des Staatlichen Denkmalamts zu renovieren, Dach und Außenhaut innerhalb von drei Jahren instandzusetzen und das Gebäude stets im Rahmen des Zumutbaren zu erhalten und pfleglich zu behandeln.

Bei der Jahreshauptversammlung am 6. Januar 1979 belegte der letzte Tagesord-nungspunkt die Renovierung des künftigen Vereinsheims. Nach einer vorhergegangenen Besprechung mit Stadtbauamt und Denkmalspflege war zunächst eine Bauaufnahme erfolgt. Auf dieser Grundlage fertigte der Architekt die Umbaupläne und stellte diese der Versammlung vor. Vordringlich sei die Bildung eines Bauausschusses und eine Einteilung von Arbeitsgruppen. Um die beträchtlichen Kosten zu senken sei viel Eigenleistung erforderlich. Ein baldiger Beginn der Arbeiten wurde beschlossen. Im künftigen Vereinsheim sollen die Waffen- und Bekleidungskammer, ein Büro- und Archivraum sowie ein Aufenthaltsraum geschaffen werden

Daraufhin sah man jeden Abend und an den Samstagen aktive und auch passive Mitglieder intensiv arbeiten. Die Bemühungen der Wehr haben in der Bevölkerung ein lobendes Echo gefunden. Deren Spendenbereitschaft, ausgelöst durch einen Aufruf, erbrachte ordentliche Finanzmittel. Auch ansässige Firmen unterstützten mit teilweise kostenlosen Materiallieferungen.

Im Laufe der Arbeiten wurde eine Gravierung L.W. 1596 freigelegt, die letztlich die Epoche der Entstehung des Hauses bewies.

Mit einem Tag der offenen Tür stellte die Bürgerwache ihr schmuckes Heim der Öffentlichkeit vor und bedankte sich auch damit für die Unterstützung. An diesem Tag war ein gewaltiger Ansturm von Interessenten zu verzeichnen. Nicht nur Einheimische wollten sich das neugeschaffene Vereinsheim der Bürgerwache anschauen, auch Vertreter der benachbarten Garden und Wehren überbrachten den Mengener Stadtsoldaten ihre Glückwünsche.

Seither hat die Bürgerwache nicht nur Platz für ihre Ausrüstungen und Material. Im Erdgeschoss sind Kleiderkammer und Fahnendepot, sowie Waffenkammer und Garage für die Kanonen untergebracht. Ein gemütlicher Aufenthaltsraum, die „Erwin-Keßler-Stube“, eine kleine Küche und die Sanitäranlagen belegen das mittlere Geschoss. Spielmannszug und Bürgerwachchor haben im Obergeschoss ihren Probenraum.